Tag der offenen Tür bei der WTD 91 in Meppen



Nach längerer Pause führte die WTD 91 in Meppen mal wieder einen Tag der offenen Tür durch.

WTD 91 Meppen 2015

Die WTD 91 ist eine „Wehrtechnische Dienststelle“ der Bundesswehr und testet, prüft und begutachtet alles technische Material, das bei der Bundeswehr eingeführt und im Gebrauch ist.

Und das ist ein weites Betätigungsfeld !


An diesem „Tag der offenen  Tür“ am 12. September 2015 öffnete die WTD ihr Haupttor und ließ die Massen ins Allerheiligste, zu dem sonst nur Mitarbeiter und Berechtigte Zugang haben. Christian, Sebastian, Klaus und ein Gast von der RAG Militärmodellbau ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen und haben die WTD 91 besucht.

Turm

Sofort nach Öffnung des Tores wälzten sich ungeheure Menschenmassen über die breite Hauptstraße und verteilten sich allmählich, um in Hallen, Zelten und im Freigelände die verschiedenen Angebote und Exponate zu besichtigen.

Menschenmenge

Es gab natürlich in der Nähe der WTD Parkplätze, aber die Mehrzahl der Besucher wurde im Buspendeldienst aus den verschiedenen Stadtteilen herangekarrt.
Beim letzten Tag er offenen Tür waren es rund 50 000 (!) Besucher. Jetzt waren es bestimmt nicht weniger. Es war in jeder Hinsicht eine gigantische Veranstaltung.

Links und rechts der Hauptstraße waren unendlich viele Stände aufgebaut. Die Hallen mit Werkstätten waren geöffnet und in verschiedenen Nischen weitere Zelte und Stände aufgebaut, in denen Rüstungsfirmen und Zulieferer über ihre Produkte informierten.
Eine Auflistung würde den Rahmen der Berichterstattung sprengen.

Deswegen seien hier einige Höhepunkte hervorgehoben:
An Attraktivität nicht zu überbieten war natürlich die Dynamische Waffenschau. Deshalb strömten ganze Heerscharen von Besuchern zum Gelände.

Dort wurde in 90 Minuten ein umfangreiches Programm abgewickelt, bei dem es nur so brummte, knallte und rauchte.
Da die WTD eine Schießbahn von ca. 31 Km Länge und 5-7 Km Breite hat, konnte auch der scharfe Schuß abgegeben werden.
KampfpanzerLeopard, Panzerhaubitze M 109, Panzerhaubitze 2000, Schützenpanzer Marder und auch der Raketenwerfer (auf 7t MAN Fahrgestell) LARS (Leichtes Artillerie Raketen System) schossen. Andere Fahrzeuge wurden im Gelände im Fahrbetrieb vorgestellt.
Insbesondere die abgeschossenen Raketen des LARS waren schon akustisch erschreckend.

Lars

Irgendwann stieg auch ein Hubschrauber auf und entließ vier Fallschirmspringer, die mit Rauch und Flaggen langsam dem Ziel entgegenschwebten.

Im Freigelände konnte man an verschiedenen Stellen aktuelle und zukünftige Fahrzeuge der Bundeswehr und Versuchsträger der Industrie hautnah besichtigen. Darunter auch die neueste Version des Schützenpanzers Puma.

Puma

Leider ungeschützt in der prallen Sonne aufgebaut, war der Stand einer Militärmodellbaugruppe untergebracht, die ihre exellenten Modelle im Maßstab 1:16 auf Tischen und in einem kleinen Gelände präsentierte.

Modelle

In der Nähe des Haupttores gab es dann eine weitere Attraktion (jedenfalls für uns): Ein kleines Militärmuseum der WTD.

Hier gab es Relikte aus dem WK 2 und danach zu sehen: U.a. ein gut restaurierter Pz IV, ein T 34/85 und einen AMX 13, die Panzerhaubitze „Priest“ sowie einen BMP 2.

Pz IV

T 35

Den größten Teil einer Wand nahmen Handfeuerwaffen ein.

Am Eingangstor zeigte eine Modellbaugruppe aus Lingen ihre Militärmodelle. Hier allerdings nur Standmodelle.

Etwas weiter neben der Museumshalle gab es weitere Originale zu sehen.

Nun wechselten wir zu einer weiteren – für uns sehr interessanten – kleinen Ausstellung:
Auf einem kleinen befestigten Platz waren drei Panzerfahrzeuge aus dem WK 2 ausgestellt, die man ebenfalls rundum betrachten und fotografieren durfte. Das Erklettern dieser, wie auch aller anderen Fahrzeuge, war natürlich aus Sicherheitsgründen untersagt.
Das Bonbon an dieser Sache war, dass alle drei Fahrzeuge fahrbereit waren und auch vorgeführt werden sollten.
Da haben wir die Wartezeit mit intensiver Besichtigung und Sonnenbaden überbrückt.
Dann kam endlich das Personal. Nachdem der Fahrbereich abgesperrt war, wurden zunächst die Motoren aller Panzer zum Warmlaufen angelassen. War ja früher so.

Als erster wurde der Kampfpanzer Hotchkiss H 39 (f) angelassen. Mit seinen 75 PS war er akustisch eher unauffällig. Die bunte Tarnbemalung war aber gut gelungen und dem Original entsprechend aufgetragen.

Hotchkiss H 39

Als nächster Panzer wurde der Jagdpanzer 38t Hetzer angelassen. Der war nun mit seinen 160 PS nicht zu überhören. Ein satter Klang! Versehen war der Hetzer mit einer späten Hinterhalttarnung. Sehr identisch, wie ich meine (Hallo Andreas!).

Jagdpanzer 38t Hetzer

Und zuletzt kam das StuG III an die Reihe. Interessantes Anlassgeräusch. Und eine erhebliche Abgasentwicklung, die darauf schließen ließ, dass der Motor nicht rund lief. War auch am Klang zu hören. Farblich war das StuG III mit der gelben Grundfarbe und einigen wild aufgetragenen grünen Streifen versehen. Ist das dem Original entsprechend? Aber warum nicht.

Naja, diesen Geräuschen (und dem Qualm des StuG III) waren wir eine ganze Weile ausgesetzt, bis dann der Fahrer sich in den kleinen Franzosen quetschte. Der drehte dann munter seine Runden auf dem Platz und kam auch in direkter Fahrt auf uns zugefahren.
Der danach folgende Hetzer fuhr auch in dieser Weise auf dem Platz und zeigte seine Wendigkeit. Dieser Sound, wenn der Panzer unter Volllast fuhr !!

Nun wurde das StuG III vorsichtig ausgeparkt. Der Panzer schaffte es, einmal die Strecke vorwärts und dann noch einmal ein Stück zurück zu fahren, dann erstab der Motor.

StuG III

Zwar versuchten dann zwei Mann, den Motor nochmals mittels Kurbel über das Schwungrad zu starten. Leider ohne Erfolg.
Aber trotz allem war es insgesamt ein interessantes Schauspiel.

StuG III

Wir haben jedenfalls hoch befriedigt nach allem, was wir in der WTD 91 gesehen und erlebt haben, die Heimreise angetreten.
Die Reise hat sich gelohnt.

Und hier gibt es noch ein Fotoalbum:


Klaus