Die RAG Celle/Munster in PAROW bei der

Marine Technik Schule

 

Marine Technik Schule Parow

 

Parow – Wo war das nochmal?


An der Ostsee. Parow, ein Bundeswehr-Standort an der Ostsee. Stadtteil von Strahlsund. Für ein RAG-Mitglied aus dem tiefsten Süden eine ganz schöne Reise. Einmal längs und quer durch die Republik. Von ca. 100 km vor Bregenz/Österreich nach Strahlsund, ca. 100 km vor Polen. Angekommen am Freitag „nach Dienst“, durch-gestaut auf bundesdeutschen Autobahnen. Dennoch rechtzeitig zum Dienst-Schluss an der Ostsee gelandet.

Kameraden der RAG getroffen, Modelle ausgeladen und den Ausstellungsplatz bezogen. BW-Unterkunft bezogen und dann die Messe (nicht gelesen, sondern) bezogen. Der Herr Schul-kommandeur begrüßte dort die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Wochenend-Events. Freudig gibt er einen Überblick über „seine Marine Technik Schule“ und stellt dabei die einzelnen Gruppen und Abordnungen vor. Bereits hier stellte sich eine heimelige gemütliche Atmosphäre ein. Ganz nach Mariners Sitte lud er zum „Einlauf-Bier“, getreu einer alten Sitte, nach dem „Einlaufen in einen Hafen“ einen Begrüßungs-Trunk“ zu nehmen. Hier waren wir natürlich gespannt und freudig dabei. Mittlerweile war unsere Gruppe mit 5 (in Worten: Fünf) Teilnehmern dabei. Abendessen in der Messe, Small-Talk, kennenlernen anderer Teilnehmer. Auf der Terrasse die herrliche Aussicht genießen. Sonnenuntergang an der Ostsee, leichter See-Wind in der Nase, Haare leicht flatternd. So war es doch ein ganz angenehmer Abschluss des Tages.

So neu die Bundeswehr-Liegenschaft „Marine Technik Schule“ baulich war, genau so weit waren die Wege zur Küche, oder zu den einzelnen Bereichen. Für eine schwäbische „Landratte“ eine ganz neue Erfahrung, eine ganz neue Seite der Bundeswehr. Die Stuben (man möchte fast „Zimmer“ dazu sagen) ausgelegt für maximal drei Mann/Frau. Ach ja, Frauen bei der Armee, auch eine neue Erfahrung. Waren doch „damals“ einige wenige weibliche Sanitäts-Soldatinnen in einigen Kasernen anzutreffen, ist der Frauen-Anteil in der Soldatenschaft doch mittlerweile recht hoch.

In allen Funktionen, Dienstgrad- und Laufbahngruppen anzutreffen, bestimmen sie fast schon das Bild dieser „neuen Bundeswehr“. Viele (durch mich gemachte) Bilder zeugen vom neuen Bild unserer Armee. Interessant auch die Uniformen-Vielfalt bei „Mariners“. Da waren die Kadettinnen und Kadetten in ihren schicken „Matrosen-Anzügen“ (nein, nicht Kiel Knaben- und Mädchen-Chor). Dann die Lord´s. Kleidungsmäßig mittlerweile beginnend mit den Graden Maat und Obermaat, gefolgt von Bootsmännern bis Oberstabsbootmänner (hier gibt’s wohl keine weibliche Bezeichnung). Die Damen und Herren Offiziere, Leutnante zur See, der berühmte „K´leun“, bekannt aus Kultfilmen wie „Das Boot“, bis hin zum „Kapitän zur See“, was wohl dem Oberst der „Land-Armee“ entspricht. Der Kommandeur dieser Schule trägt stolz diesen Grad. Schön anzusehen, diese Vielfalt der Bekleidungen und Uniformen.

 

Der Samstag in Parow


Frühstück in der UHG (UnteroffiziersHeimGesellschaft), verbunden mit der Truppenküche. Auch hier die „Neue Bundeswehr“ wieder zu erkennen und zu erfahren. Büffet und Speisentheke wie in einem modernen Industrie-Unternehmen. Bezahlung mittels Karte oder auch an einem extra eingerichteten Schalter, in Bar. Wer dies nicht gleich erkennt wird durch die Hupe sanft-schrill, aber bestimmt erinnert, das „noch was fehlt“. Den Kaffee aus dem modernen Kaffee-Automaten. Vorbei die Zeiten, in denen die Kannen mit heißem bis lauwarmem Kaffee auf die Tische geholt werden konnten. Ein angenehmer Tagesbeginn ist so gleich eingeläutet.

Weiter zum „Arbeitsbereich“ in den heiligen Hallen der Marine Technik. Gegenüber der letztjährigen Ausstellung eine neue Erfahrung (welche ich als die Landratte nur vom erzählen kenne).

Modelle aufstellen, Außenbereich mit einbeziehen. Akku´s einbauen, „Fahrbereitschaft herstellen“ und warten bis die ersten Gäste um die Ecke kamen und gespannt der Dinge entgegensahen, die auf sie zukommen sollten. Direkt an der Ecke zu unserem Bereich war bereits eine komplette Flugabwehr-stellung des Systems „PATRIOT“ aufgebaut. Die Raketenwerfer (wie wir sie noch nannten), Radar-Systeme, Feuer-Leit- und Führungs-Systeme in ihren Containern, aufgebockt, (wohl) Feuerbereit. So sah das also aus. Weiter um die Ecke eine Sanitätsstation. Gleich ganz vorne das Parade-Stück: Der BOXER mit Rüst-Satz „Sanitäts-Gruppe“. Dahinter ein moderner Verbandsplatz zur Erst-Versorgung. Eindrucksvoll aufgezeigt wie der Weg der Verletzten von Aufnahme über Erst-Versorgung bis hin zum (Not-?) OP durchlaufen wird. Überall hilfsbereite Sanitäts-Soldatinnen und –Soldaten, die ihre Stationen bestens „gebrieft“ vorstellten und den Besuchern keine Antwort schuldig blieben. Die/der Ein- oder Andere gab noch ein kleines Highlight aus erlebtem aus dem Kosovo oder gar aus Afghanistan dazu. Bildete die Sache gleich realistischer ab. Die aktuelle „Lage unserer Bundeswehr“ war direkt greifbar.

Der 8-Rad-Vierachser BOXER wurde gleich in Augenschein genommen. „darf man mal…?“ „Ja, man durfte“. Flugs hineingeklettert. Parallelen mit gepanzerten Kampffahrzeuge aus vergangenen Tagen konnten aus der Erinnerung hervorgeholt werden. Der „Einstieg auf den Fahrerplatz“, festhalten am Haltebügel, mit Schwung hinein („sie dürfen ruhig die Füße auf den Sitz stellen, wir machen das auch“) – und sitzen. Sitz hoch – runter, nur die Technik hierzu war jetzt wesentlich moderner. Hydraulisch unterstützt, aber von der Funktion ähnlich. Auch die Luke (war das überhaupt noch eine Luke?) war völlig neu konzipiert. Alles in allem eine sehr interessante Begegnung älterer und Aktueller Besatzungen eines gepanzerten Fahrzeugs.

Sanitäts-Soldatinnen bestimmten das Bild. Dienstgrad-Abzeichen in den bekannten Farben Weiß und Schwarz an der „Fleck-Tarn“. Neu fielen doch die vielen Gelben Abzeichen auf. Ach ja, Marine eben. Plötzlich geratter, geknatter. Das bekannte „Teppich-Klopf-Geräusch“ fehlte – oder war sehr viel schneller zu vernehmen. Richtig! Ein Heli schwebte ein. Eine „Sea King“ vom Marine-Flieger-Geschwader 5 „Ostsee“ landete exakt auf dem dafür vorgesehenen Platz. Schnell bildete sich eine Menschen-Traube um die Maschine, die in der Ausführung eines Rettungshubschraubers SAR gehalten war. Das interessanteste für mich, das Landei: Chef der Besatzung war Frau K´leun (richtig, Kapitän-Leutnant).  Und sie kam aus dem Süden, der Stadt Schwäbisch-Hall in Baden-Württemberg: „Da schwäbelt es aber gewaltig“, meinte sie zu mir. Schnell fotographisch festgehalten.

Mittlerweile fuhren wir mit unseren Modellen rund um unsere Halle, drehten Runden in der Halle und – fuhren auch etwas weiter von unserer Halle weg. Ralf, unser Merchandising-Mann hatte alles voll im Griff. So konnten wir ruhig unsere Runden drehen. Uwe fuhr gerne rund um die Halle, streifte den Sanitätsplatz und lebte seine Freude aus. Wechsel der Modelle – und weiter gings. Mecki und „Sera“ erkundeten mit ihren Fahrzeugen das Kasernen-Areal. Sera hatte, wie so oft, Süßigkeiten und Werbe-Artikel auf der Pritsche seiner „Emma“ geladen, sehr zur Freude „größerer und kleinerer Kinder“.

Schön zu sehen, der wie ein Fernseh-Turm anmutende Funkturm auf dem Gelände der Schule. War er doch aus verschiedenen Richtungen und Seiten immer wieder präsent. Dadurch wurde die geraume Ausdehnung der Liegenschaft erst richtig bewusst. Mal größer (weil näher dran), mal kleiner (weil weiter weg). Selbst Heller und dunkler, ließ die Wetterspiele noch mit einfließen. Mal ging „eine frische Brise“, mal „stach der Planet“. See-Luft einfach. Herrlich, fast glaubte man sich auf Urlaub.

Dann der Weg zum Hafen. Marine – Ostsee – Schule: da muss es doch auch einen Hafen geben. Und da war er auch schon. Richtig mit Schiffen und Booten. Wenn auch die ganz großen „Pötte“ fehlten zeigte sich die „M T S“ doch von ihrer Schokoladenseite. Alles war bereitet um ein wundervolles Wochenende zu werden. Und immer wieder Soldatinnen, Mariners in ihren verschiedensten Funktionen. Hütten und Stände waren im Hafenbereich aufgebaut. Information Pur, ja eine ganze Flut davon. Man konnte gar nicht alles aufnehmen. Warum auch, so konnte „jeder und jede“ „sein Thema“ aufsuchen und sich informieren. Jetzt ging es ans Eingemachte.

Boote hingen an Türmen. Überhaupt standen überall Türme und Anlagen auf dem Areal der Schule. Antennen, Radargeräte, Radar-Schirme und und und. Stellenweise glaubt man sich inmitten einer Ansammlung von Schiffen. Sehr interessant der Turm mit dem Speed-Boot. Hier wird geübt, die als Rettungsboot dienenden Speed-Boote, wie sie auf jedem Schiff der Bundesmarine verfügbar sind, zu „Entern“ (also zu besetzen) und „zu Wasser zu lassen“. „Retten aus Gefahrenlagen und -Situationen“ nennt sich diese Station. Ein „Tender“ (Übersetzt so viel wie „Versorger“) liegt an der Kaimauer. Geübt werden marine-handwerkliche Geschicklichkeiten für den täglichen Gebrauch. Kurzum und auf die Schnelle: Alles was an Technik für den Betrieb der Marine und ihrer Schiffe benötigt wird kann und muss hier erlernt und geschult werden.

Zu einem Besuchstag bei einer Bundeswehr-Einheit gehört auch ein Platzkonzert des Musik-Korps aus Hannover. Richtig, da gibt es aber gar keine Marine. Es war das Heeresmusik Korps der 1. Panzerdivision aus Hannover. Jetzt heißt es im Zuge der BW-Reform schlicht „Musikkorps der Bundeswehr Hannover“. Wieder eine (allerdings bekannte) andere Uniform. Schwarze Barette, das Emblem für „Musik“ und die weißen Kragenspiegel. Tolle Musik, tolle Musikerinnen und Musiker. Schlagzeug-Sektion mit 5 - 6 Mann/Frau. Über Drum-Set (allgemein bekannt als „Schlagzeug“), über 4 Pauken, Marimbaphon, Xylophon, Glockenspiel, allerlei Percussions-Instrumente, ergänzt durch E-Baß, E-Gitarre sowie die ganze Vielfalt der Blasinstrumente. Die Besetzung eines symphonischen Blasorchesters war aufgeboten. Klassiker wie auch Bearbeitungen höchster Qualität aus Musical und Pop-Rock, angereichert mit klassischer militärischer Marchmusik. Musik die einfach mitreißt. Das wippen der Füße wie auch zucken der Schultern, mit-schnipsen der Besucherinnen und Besucher gaben der Musikauswahl des Dirigenten recht. Ein tolles Solo des Herrn Oberstabsfeldwebel, der eine herrliche JAZZ-Improvisation zum Besten gab. Das aufmerksame Publikum zollte reichlich Beifall.

 Dann ein ganz neues Bild: Ein öffentliches Gelöbnis auf dem „Antrete-Platz“. Wo sonst gepanzerte Fahrzeuge, LKWs oder andere Waffen-Systeme vom Auftrag der jeweiligen Einheit oder Verband zeugen, sind hier schlicht zwei Pyramiden aus Paddeln aufgestellt. Und dann die Marschkolonne, die zu vereidigenden Kadettinnen und Kadetten.

Wer hat nicht schon ein angetretenes Bataillon, eine Kompanie, Batterie, oder sonstige Paradeaufstellung gesehen und erlebt. Hier aber eine Front in Weiß und Blau: Der Marine-typische „Matrosenanzug“ für die Mannschaften. Die Reihen durchsetzt mit sehr vielen jungen Frauen, Soldatinnen, Matrosinnen. Die Mützenbänder „Marine Technik Schule“ spielen ihr Spiel, wiegen sich leicht im Wind oder flattern aufgeregt im Ostsee-Wind.

Regen setzt ein, abgelöst durch warmen Sonnenschein. Das Wetter „an der See“ spielt sein Spiel. Der Ehrenzug, sechs „Lord´s (Zugführer und Chef der Ausbildungseinheit) im feinen Zwirn, gefolgt von den jungen Marinern vom letzten Ausbildungsjahrgang, Schmuck und Stolz im Mariner-Dress, G36 zum Präsentieren bereit. Auch hier wieder, ganz selbstverständlich, junge Soldatinnen dabei als sei es nie anders gewesen. Und hinter der Formation wieder unsere Soldatinnen der Sanitätstruppe, Frau Stabsunteroffizier und Frau Oberbootsmann, bereit bei Schwächeanfällen sofort hilfsbereit zur Stelle zu sein.

Dann die Abordnung der Truppenfahne, mit Fahnenträger „Oberbootsman“ (Oberfeldwebel), flankiert mit Herrn „Oberleutnant-zur-See“ und – richtig: Frau „Kapitän-Leutnant-zur-See“ (quasi „Wasser-Hauptmann, oder Hauptmann-zur-See), in Gala-Uniform mit den festlichen Fangschnüren (in Marine-Gelb statt Silber), wohlgemerkt im „feinen Zwirn“ der Lord´s. Wieder mit von der Partie, das Musikkorps aus Hannover in schmucker Heeres-Uniform, schwarzes Barett, mit Schellenbaum und Lyra. Abschreiten der Front durch den Kommandeur, samt seinem Gast, dem Vorgesetzten Herrn Admiral. Der Herr Standortpfarrer darf nicht fehlen, wird er doch eine Rede an die Rekrutinnen und Rekruten halten.

Geladene Gäste wie Bürgermeister und andere Größen aus Wirtschaft, öffentlichem Leben und Armee haben ihre Plätze eingenommen im schützenden Zelt. Eltern, Besucher und Gäste platzieren sich um den Antrete-Platz hinter den Trassierungen. Hier die Mutter die ihre Tochter in den Reihen der angetretenen Kadettinnen und Kadetten sucht, dort der stolze Vater der seiner Tochter zublinzelt. Die Zeremonie beginnt.

National-Hymne. Der Schul-Kommandeur erinnert an das 200-jährige Jubiläum unserer Hymne welches dieser Tage gebührend gefeiert würde. Er ruft nochmal den bedeutenden Tag in Erinnerung, als ein Teil der angetretenen Formation am 20. Juli in Berlin bereits ihr Gelöbnis abgelegt habe. Es sei auch immer wieder wichtig sich zur Bundesrepublik Deutschland zu bekennen. Mit bewegenden Worten stellt er Situationen heraus in welche die jungen Soldatinnen und Soldaten im Verlauf ihres Dienstes geraten können. Nach Grußworten und Ansprachen beginnt nun die Vereidigung. „Fahnenabordnung – vortreten“. Nach der Truppenfahne marschieren die jungen Kadetten, angeführt von einer Kadettin, ganze Gruppe mit leichtem Passgang, zur Fahne.

: „Zeitsoldatinnen und Soldaten sprechen mir nach: Ich schwöre, freiwillig Wehrdienstleistende sprechen mir nach: Ich gelobe……Den folgenden Text kennen alle gedienten Leser dieser Zeilen.

Ausmarsch! Geführt vom Musikkorps, Truppenfahne, Ehrenzug. Dann endlich: Schluss-Ansprache (kurze Worte der Erleichterung durch die Ausbilder). Endlich, die Eltern, Freunde, Bekannte, Partner, Partnerinnen „fluten den Platz“. Erleichterte Gesichter, Stolz auf die bisher vollbrachte Leistung.

Wieder zurück zur Halle. Hier eine Station der Marine-Taucher mit Tauchhelm und schwerem Gerät, dort das Equipment des „Froschmannes“ (leichte Tauchausrüstung könnte man auch sagen).

 

Stolze Männer zeigen den Daumen nach oben. Eine Station „leichte Handfeuerwaffen“ (so hieß es damals). Das neue MG, ein Scharfschützengewehr, allerlei Pistolen, die Granat-Pistole. Ein eigens dafür aufgestelltes Zelt ist damit gefüllt.

Hier der Stand mit „Köstritzer“, dort gibt es das begehrte „Flens“. „Rostocker“ darf hier nicht fehlen. Und weiter den interessanten Darbietungen folgend. Wieder den Turm aus einer anderen Perspektive in der Ferne (oder ist das gar nicht so weit?). Die Dimension der Anlage wird wieder bewusst. Hier setzt sich eine junge Besucherin auf einen Schleudersitz eines Düsenjets „Tornado“, aufgestellt durch Jagdbomber Geschwader 51.

Dort steigt ein junger Mann in die (Trainings-) Kanzel eben dieses Tornados. Jeweils umringt von einer Besuchertraube, den Erläuterungen der Piloten und Funktioner folgend.

 

Hier die Uniformen der Bundesluftwaffe. An Stelle von „Fleck-Tarn“ die Graue Flieger-Kombi, mit entsprechenden Abzeichen. „Fleck“ natürlich auch, auch das „Blaue Tuch“ der „Herren der Luftwaffe“ wird getragen. Hier ein Fliegerhelm, dort ein ausgebautes Triebwerk der Jets wie es zu Schulungszwecken verwendet wird.

Aber wo sind wir denn hier? Richtig, bei der Marine. Also wieder weiter zu den Gerätschaften der Marine. Raketenbehälter, Abschuss-Shelter, allerlei Gerät, auch Kanonen, Flak-Geschütze und Kanonen säumen die Straßen und Wege im Areal. Straßen, benannt nach Städten mit Marine-Vergangenheit, Traditionsnamen eben. Tradition wird generell sehr gepflegt und ausgestellt. Patenschafts-Übernahmen, In-Dienst-Stellungen, Außer-Dienst-Stellungen und vieles mehr findet sich an Schautafeln und Präsentationswänden häufig wieder. Tradition wird ganz Groß geschrieben.

Jetzt wieder in der Nähe unserer Halle. Eine „Lehrmittelsammlung Waffen und Munition“ wird hier gezeigt. Hier entdecke ich Munitionen und Geräte die ich vor „etlichen Jahren“ doch selbst in Händen hielt, damit hantiert hatte. Panzergranaten stehen neben See-Technisch verwendeter Munition. Blau die Farbe der Üb-Granaten, Schwarz Panzerbrechend, Grün/Oliv Spreng-Munition. Ein großer Raum ist damit befüllt und ausgestellt. Sehr plastisch aufbereitet.

Den nächsten Raum weiter haben sich die Bootsbauer mit ihren Modellen ausgebreitet. Weiter sind Geschütze und Kanonen aus vergangenen Tagen zu besichtigen. Hier Kanonen aus dem Kaiserreich, dort eine russische „Beute“. Daneben ein Viel-Rohriges Geschütz wie es in der ehemaligen NVA Verwendung fand. Maschinenwaffen zur Bekämpfung verschiedener Ziele. Die 40mm Bofors zur Flugziel-Bekämpfung. In der anderen Ecke ein Behälter einer „Exocet-Rakete“, bekannt aus TV-Nachrichten damals während des Falklandkrieges. Die Besonderheit dieses Behälters: durch den Abschuss hat sich wohl die Stellung des Bootes geändert (Kräftwirkung Bootskörper bei Abschuss im Wasser), der Rechner der Rakete leicht irritiert, löst die „Selbstzerstörung“ aus, die Rakete zündet im Behälter. Das Ergebnis wird hier gezeigt.

Weitere Abschuss- und Transport-Behälter wie sie auf Schiffen verwendet werden, zieren die Darstellungen.

Im Nebenraum sind einige Marine-Waffen wie Seeminen und deren Bekämpfung dargestellt. U-Boot-Jagd „auf See“ zeigt ein Diorama. Sehr schön aufgezeigt was sich „über Wasser“ und „unter See“ abspielt. Ein riesiger Entfernungsmesser füllt eine große Fläche des Raumes.

Ein „Cal-50-MG“ der US-Streitkräfte ist ebenso vorhanden wie ein Zwillings-MG. Alles wie es auf Schiffen verwendet wird und wurde. Modernste Technik sowie Geschichtsträchtiges Technikum – alles aus der Lehrsammlung. Hier die moderne Granatwerfer-Maschinen-Waffe. Aufgebaut auf Lafette, daneben verstaut im Transport-Koffer. Daneben, auf Tischen die „Grüße an die Taliban“.

Der Abend klang aus mit einem großen Fest, direkt am Hafen der Schule. Schön gelegen zwischen Kai-Mauern und „TRIO“; Messe für Offiziere wie Unteroffiziere. Grillgut – leckere Würste und Steaks im Handfesten Brötchen (Brot, der größe nach). Die andere Hand hält die Flasche Bier, den Krug. Auch das begehrte Weizenbier aus dem Süden der Republik wird hier gerne genommen. Das „RAFZ“ (RegenAbwehrFeierZelt) thront mittig des Platzes. Prall gefüllt, als die ersten Schauer sich zum kleinen Orkan (an der See darf man das sagen…) aufschwangen. Marine-Mützen aufgestapelt am Tisch-Ende. Gespräche, Lachen, Erzählen, Wohl-Fühlen, Feiern. Junge Matrosinnen und Matrosen feiern ihr Gelöbnis, ihre ersten zusammen verbrachten Wochen als Soldaten der Bundeswehr.  

Höhepunkt ein Feuerwerk über dem Hafenbecken, die Boote und schiffe in gleisendes Licht gehüllt. Ein wenig Seefahrer-Romantik macht sich breit. Alles sehr gelungen.

 

Der Sonntag in PAROW


Sonntag Wecken. Stube zur Übergabe vorbereiten. Der lange Gang zum Frühstück. Einmal mehr das große Areal durchschritten, die Dimension „per Fuß-am-Arm“ abgelängt. Eine Aktion welche selbiges gleich viel besser schmecken ließ und großen Appetit anreicherte.

Danach Gepäcke verstaut, Fahrzeuge marschbereit gemacht. Nun der Marsch zum Hafen, eine weitere große Strecke war zu bewältigen. Erzählungen vom letzten Jahr ließen die Neugierde wachsen, was da auf uns zukommen sollte.

Die Modellbauer auf die Boote verteilt, alte Seebären wie Sera legten sich ins Zeug. Man konnte förmlich spüren, dass er schon mal was mit Booten zu tun hatte. Die Stamm-Mannschaft der Schule legte routiniert Hand an, jeder Griff saß. Und so ging die Fahrt los. Leise tuckerten die Boote aus dem Hafen. Nachdem auch das letzte Gefährt die Kaimauern hinter sich ließ wurde der Schieber nach vorne gebracht, „volle Fahrt voraus“ ließ sich erahnen. Die „Kapitäne“ unserer Kähne strahlten um die Wette, ihre Freude lag in der Luft, war förmlich zu spüren. Sehr schön anzusehen die Wässer rund ums Boot. Das Heck-Wasser, die Wellenspiele. Die Boote lagen, Bug oben, Kiel tief ins Wasser getaucht, in starker Schräglage im Wasser. Man glaubte fast, teil eines Rennens zu sein.

Die Silhouette der Hansestadt Stralsund tauchte auf, die markanten Gebäude wurde mit jedem Meter, oder besser, Knoten, größer. Die Stadt „kam zum Boot“. Die Brücke zur „RÜGEN“ baute sich auf, wuchs ständig und wurde größer. Die gefühlten Morgen-Nebel verzogen sich zusehends, Sonne lies die Fassaden der Freien- und Hanse-Stadt Stralsund in ihrem Licht erstrahlen. Details an den Fassaden brachten die typischen Farben der Region ins Licht und ließen sie glänzende erstrahlen.

Und wieder die Wellenspiele zwischen den Booten, schaukeln, ein auf und ein ab. Speed auf dem Wasser. Gischt spritzt auf, Wasser an Deck. Die „Seebären“ drängen an die Öffnungen unseres Bootes. Die anderen Boote sehen genauso aus. Die Boote tauchen ein in die Wellen, sind nur noch ganz klein zu sehen, tauschen wieder auf, verschwinden hinter den nächsten Wellen. Wechsel an den Öffnungen der Boote, jeder darf mal „die erste Reihe“…..Fliegender Wechsel. Schnack, Klön unter „Kennern“, Seebären spinnen ihr Latein. Es gibt viel zu erzählen. Entspannte Gesichter geben Zeugnis einer erlebnisreichen Bootsfahrt.  Modeller verschiedener Gruppen beim stell-dich-ein, auf Bootsfahrt an einem schönen sonnigen Sonntag-Morgen. Leichte Brise umweht die Nasen der „Gast-Fahrer“. Herrliches zu erleben. „Schwarz-Rot-Gold“ weht im Fahrtwind, die nachfolgenden Boote kreuzen ihre Bahn, kommen näher, fallen wieder ab – und kommen wieder.

Richtig schönes Schauspiel. Wieder neue Facetten im Bild der „neuen Bundeswehr“. Herrlicher Sonntag-Morgen. Die Silhouette von Strahlsund wird wieder größer. Schiffe kommen ins Bild. Schwäne und andere Federtiere wiegen sich im Spiel der Wellen, Wellen durch unsere Boote. Und wieder wächst die Brücke gen Himmel, vergrößert sich schnell. Und wieder die Gischt der Wellen, sie kräuseln, überschlagen sich. Ein Segler, auch mit frohgelaunten Ausflüglern, „Steuerbord“ begleitet uns eine kurze Strecke, dreht dann wieder ab.

Neben den berühmten Kirchen der Stadt tauchen die Speicher im Hafenbereich auf. Unsere Boote tragen ihre Wellen in den Hafenbereich Strahlsund´s. Der Hebel wird wieder zurück-genommen, die „Fahrt“ verringert sich. Die feuer-Rote Boje 50 weist den Weg. Ein Riesen-Pott, wohl ein „Ausflügler zur Rügen“, begegnet uns, setzt seine Fahrt unbeirrt fort. Der strahlend weisse Kasten der Festhalle, Stadthalle, sonnt sich und bringt seine geschwungenen Konturen zur Wirkung. Ein Imposantes Bild.

Und wieder Spaß, Spannung, Unterhaltung auf unserem Boot. Die Schoten wechseln die Gesprächspartner. Stimmung, die zu sehen, zu greifen ist.

Unter weiter Fahrt aufnehmen. Die geschwungenen Bogen der Brücke jetzt direkt über uns. Herrlicher Anblick. Unser Kapitän, K-leun Amberger, führt sein Boot, unser Boot sicher und hält es auf Kurs. Wieder Gischt an der Windschutzscheibe, Wellen, Kurven, „Volle Fahrt voraus“ Wieder und wieder.  Die „Volkswerft Strahlsund“ grüßt die Besucher. Hafenkrähne alter Prägung treten ins Bild.

Vorbei am Bohlenfriedhof, Hebebrücke, Einfahrt in den Hafen der Alt-Ehrwürdigen Stadt.

Da baut sie sich auf: GORCH FOCK, die erste. Es gab wohl vier davon. Die Erste liegt im Hafen von Strahlsund, wird restauriert. In strahlendem Weiß liegt sie majestätisch „vor Anker“. Über viele Umwege, letztendlich von Russland an die Bundesrepublik übergeben. Dort wird sie seit Jahren wieder auf Vordermann gebracht.

Weiter am Jachthafen vorbei. Viele schöne Boote liegen dort vor Anker. Die drei Masten der Gorch Fock überragen die anderen Maste der vielen Boote. Da liegt sie wieder in ihrer ganzen Pracht, jetzt frontal, von vorne. Das Boot der MTS daneben. Moderne mit Tradition.

Ein schöner alter Kahn, die „Zuiderzee“ in direkter Nachbarschaft. Die „Seenotretter Hertha Jeep direkt daneben. Katamarane an der Ostsee: Und wieder Boote der MTS, am Fenster der Modeller mit dem Shirt „Luftwaffe“. „Ausfahrt“: Rückfahrt zur Basis in Parow. Vorbei an den schönen Booten, die Skyline der Stadt. Feuerwehrboot, Fish and ships, alles dabei.

Wieder Wellen unserer Boote, zufriedene Modellbauer, zufriedene Marine-Soldaten, dieses Mal ohne Frauen. Im Kielwasser wieder die Boote, unsere Boote. Und sie schieben den Hebel wieder vor, „Volle Fahrt voraus“. Man meint, sie setzen eben zum Überholen an. Dann doch nicht. Kreis fahren, Speed-Fahrt, Kurve, Achter fahren, wieder im Kreis. Spannendes Schauspiel. Einfach zum genießen.

Und als Schwäbische Landratte ein wunderbarer Abschluss eines wunderbaren Wochenendes.

Die Boote wieder größer, Bug sehr nah dran, tolle Bugwellen kommen auf uns zu. Die Kulissen der Hanse werden kleiner, die Brücke wieder niedriger, die Kirchen kleiner und kleiner. Alles rückt in weite Ferne.

Uwe schweigt und genießt. Seekrank? Iwoooh!

Unsere Boote liefern sich ein tolles Schauspiel, Gischt, Wasser, Wellen – Herz, was willst du mehr.

Die „Lords in Blau“ genießen ihre Situation. Da sind dann auch schon die Bauten der MTS am Horizont. Die Speedboot-Anlage. Die Hafeneinfahrt. Unser Kapitän steuert souverän den Kahn in den Hafen, in seine Box. Rückwarts einparken, würde der Landmann sagen. Die Boote haben angelegt, Besatzungen und Gäste „von Bord“ gegangen. Unser Seebär verlässt das Schiff. Das hat wieder gutgetan. Schnell eine Zigarette angesteckt, ein paar tiefe Züge. Boote fertig machen, mit Planen abdecken. Die Flaggen eingeholt, eingerollt, zur Abgabe vorbereitet.

Schlussansprache. Letzter Blick auf die Ostsee. Danach das berühmte „Einlauf-Bier“ – für die Mitfahrer, wohlgemerkt.

Fotoalbum

   

Fotoalbum

Und hier gibt es noch ein Fotoalbum

von den RAG Modellen

   

Hier zeigen wir in einem Fotoalbum

die Veranstaltung der

Marinetechnik Schule Parow

Das war PAROW 2016. Parow 2017 – ich bin dabei!


Herbert