Die IG Militärmodellbau bei den Lipper Modellbautagen


Fast alle Messen, die wir besuchen, finden im frühen Jahr oder im späten Jahr statt.
Na klar, wer will auch im Sommer statt gemütlich auf Balkon oder Terrasse zu sitzen, in einer stickigen überfüllten Halle herumrennen.
So fanden die „Lipper Modellbautage“ im Messezentrum in Bad Salzuflen (BSU) am 22.-24. Januar 2016 statt.
Trotz heikler Wetterlage machten sich einige IG-Mitglieder auf den teilweise sehr weiten Weg, um mit Modellen an der Veranstaltung teilzunehmen.

IG Mitglieder


Einen Tag zuvor musste ja noch der Stand hergerichtet werden. Da fand sich schon eine kleine Mannschaft zusammen, die diese Aufgabe übernahm.
Wie bestellt, hatte der Messeleiter uns Mutterboden anfahren lassen, der dann nur noch etwas verteilt und als Gelände modelliert werden musste. Aber sehr zum Verdruss des Messeleiters hatte der Lkw-Fahrer sich überhaupt nicht an die Anweisung gehalten (oder er war unfähig).
Jedenfalls hat er die gesamte Ladung am äußersten Ende unseres Areals auf einem Haufen abgekippt, statt sie durch Fahren beim Kippen etwas zu verteilen.
Naja, wir haben dann das Beste daraus gemacht. Aber zufriedenstellend war das nicht.
Beim Schaufeln gab es dann noch die eine oder andere Überraschung: In dem an sich guten Mutterboden waren etliche Pflastersteine und andere Brocken versteckt und dazu noch teilweise riesige Eisbrocken. Die haben wir natürlich schnell aus der Halle transportiert, ehe sie auftauten und uns die Erde matschig machen. Die Maßnahme hat sich dann auch ausgezahlt: Die Erde war so weit trocken, dass sich Ketten und Radprofile der Modelle kaum verklebten.


Die Kabine und Tische waren noch aufzubauen und auch die Absperrgitter vor die Tische zu stellen.
Ging alles ganz flott vonstatten.
Tischdecken aufgelegt und die Modelle im M 1:16 auf die Tische gestellt. Die größeren Modelle ab M 1:10 wurden an die Absperrgitter und in das Gelände gestellt.
Feierabend.
Ausruhen für die folgenden drei Tage.


Der Freitag zeigte sich vom Besucheraufkommen einigermaßen übersichtlich. Jedenfalls haben sich die Besuchermassen nicht durch die Gänge geschoben, wie es am Samstag und insbesondere am Sonntag der Fall war. Womit ich schon vorweg genommen habe, dass die Veranstaltung insgesamt sehr gut besucht war. Das bekamen wir auch zu spüren: Nicht nur bei unseren Vorführungen, auch zwischendurch drängelten sich immer eine Menge Besucher an unserem Stand. Spricht ja dafür, dass die Leute doch gerne Militärmodelle ausgestellt oder in Bewegung sehen. Jedenfalls die allermeisten Leute.


Wir konnten aber auch mit einer Vielzahl und bunten Mischung von Modellen und Maßstäben aufwarten:
Im M 1:16 gab es neben den schon weitgehend bekannten Modellen von Leopard 2A6, Gepard und Sherman einige Exoten.

Sherman

Gepard

Renault FT


So hatte Manfred z.B. einen Prototypen des Panzerkampfwagens VK. 4502 (P) mit hinten aufgesetztem Turm oder den VK. 4501 (P) mit vorn aufgesetztem Turm dabei. Beides Tiger-Varianten.
Achim hatte den Panzerjäger Tiger (P) von Porsche mitgebracht. Das war der „Ferdinand“, später nach Umbauten der „Elefant“. Das Modell ist ein Eigenbau von Achim.
Es muss ja nicht besonders erwähnt werden, dass alle Modelle fahrbereit sind.
Sehr viel Aufmerksamkeit erfuhr das im Rohbau befindliche Modell eines Tiger I, bei dem Manfred den Turm offen gelassen hatte, damit auch mal die Elektronik und Mechanik zu sehen waren. Auf Wunsch hat Manfred auch einen Blick in das Innerste der Wanne werfen lassen. Die Gelegenheit haben viele Besucher wahrgenommen.

Modelle 1:16


Zu allen Modellen im M 1:16 muss gesagt werden, dass sie nicht einfach nur als Bausatz zusammengeschraubt worden sind. Jeder Modellbauer hat seine eigene Philosophie einfließen lassen und das Modell noch verbessert und farblich gestaltet.
Im M 1:10 hatte Manfred einen weiteren Exoten dabei: Das Modell eines 6-Rad Panzerspähwagens aus der Vorkriegszeit auf dem Fahrgestell eines Lkw (Büssing, Mercedes oder Magirus).

Panzerspähwagen


Und dann gab es da noch Manfreds Kampfpanzer Panther. Der führte zuweilen ein Eigenleben, indem er hin und her zuckte, den Turm drehte, ohne dass Manfred den Sender betätigte oder gar nicht reagierte. Insgesamt nicht sehr dramatisch, aber unerfreulich. Nach Meinung von Manfred kam die Störung aus dem Bereich der U-Boote. Muß ein starker Sender gewesen sein. Glücklicher Weise hat Manfred seinerseits offensichtlich wohl kein U-Boot versenkt. Wie es scheint, sind alle wieder aufgetaucht. Das ist der Nachteil, wenn man noch im 40 MHz-Bereich funkt.

Als weitere Modelle im M 1:10 waren militarisierte Pick-ups zu sehen.
Hendrik und Andreas hatten jeder ein Fahrzeug mit allem Drum und Dran zusammengebaut.
Aber das wirklich Interessante an beiden Fahrzeugen ist die Geländegängigkeit. Ich denke, da werden sogar Bergziegen blass (sofern das geht). Und Hendrik und Andreas haben den Modellen nichts geschenkt.

Pick-Ups


Im Maßstab 1:14 war der russische Lkw Ural ausgestellt.


Im M 1:8 gab es auch eine stattliche Anzahl von Modellen.
Es gab den Kampfpanzer Leopard 2A6, den Flakpanzer Gepard, den Beobachtungspanzer Hotchkiss mit Motorsound, Mannschaftstransportpanzer M 113 und Schützenpanzer Marder, die beide ebenfalls mit authentischem Motorsound durch das Gelände pflügten, Transportpanzer Fuchs, Aufklärungspanzer (Rad) Fennek mit ausklappbarem und drehbarem Sensorturm, den Dingo als Fahrzeug der MP, das Überschneefahrzeug Hägglunds und schon lange nicht mehr bei der Bundeswehr, den Kraka. Alle Modelle fahrbereit und auch im Gelände zu sehen.

Modelle 1:8

Leopard 2A6

Fennek


Als Bonbon brachte Dieter seinen nun endlich fertig gestellten Leopard 2A4 mit und testete ihn ausführlich im Gelände, was dann auch die eine oder andere Kinderkrankheit aufzeigte. Es ist eben doch etwas anderes, ob man ein Modell aufgebockt laufen lässt oder unter Belastung im Gelände. Im Gelände läuft sich die Kette z.B. auch viel besser ein.
Na, jedenfalls ist das ein ganz tolles Modell geworden. Da fehlt kein Detail. Jetzt tut sich natürlich – wie so häufig – die Frage auf, ob man ein solch schönes Modell in der entsprechenden Farbe spritzen soll. Wenn man authentisch sein will, geht das gar nicht anders.

Leopard 2A4


Ebenfalls auf dem Tisch wurden –obwohl größer – ein Landungsboot im fast fertigen Zustand und der englische Tank Mk IV gezeigt.

Mark IV


Leider gefiel es dem Mk IV nach einer kurzen Fahrt, eine Kette auflaufen zu lassen, die sich vor Ort auch nicht wieder aufziehen ließ. Schade, kurzer Spaß.

Mark IV


Im M 1:6 war Andreas mit seinem Hetzer dabei. Mit neuer haltbarer Kette. Da macht das Fahren richtig Spaß. Und das Rauchmodul hat auch bestens funktioniert.

Hetzer


Und zuletzt sei der Kampfpanzer Tiger II (Königstiger) von Heinrich erwähnt. Der war nicht nur durch seine Größe im M 1:5 Aufsehen erregend, sondern auch durch seinen satten Motorsound.
Leider konnte er wegen seiner Größe nicht viel hin und her fahren. Einmal den Hügel rauf und wieder runter. Auf der Fläche konnte er dann Kreise drehen.

Kingtiger Tiger II



Am Abend des dritten Tages waren wir dann doch froh, dass Feierabend ist. Wir – und natürlich alle anderen Aussteller – waren die ganze Zeit von einer ungeheuren Geräuschkulisse umgeben, zu der wir allerdings gelegentlich auch beigetragen haben.
Die erfreulichste Tatsache zum Schluss: Wir hatten in den vergangenen Jahren ja schon immer mal wieder bemängelt, dass der uns zur Verfügung gestellte Platz eigentlich zu klein ist. Immerhin hat uns der Messeleiter schon mal einen Meter dazu gegeben.
Jetzt meinte er in einem Gespräch, wir sollten uns doch mal Gedanken um eine Erweiterung machen. Die Gelegenheit haben wir natürlich sofort aufgegriffen und haben uns mit Papier, Stift und Maßband versehen aufgemacht.
Die von uns gefertigte Skizze hat der Messeleiter übernommen und sofort in seine Planung für 2017 eingefügt. Dabei hat er uns sogar noch ein paar Meter in der Längsausdehnung dazu gegeben.  Damit hat sich unsere Fläche mehr als verdoppelt. Das gibt Auslauf!!
Da kann Christian im nächsten Jahr auch sein StuG III im M 1:5 mitbringen.

Naja, der Abbau erfolgte dann recht zügig. Jeder fasste mit an, so dass der Stand bald aufgeräumt war und die Modelle in den Autos abfahrbereit verstaut waren.
Kurzer tränenreicher Abschied und ab auf die Piste. Alle sind gut wieder zu Hause gelandet.

Dann bis 2017 an gleicher Stelle (nur etwas größer)

Klaus